Hitzeschutz in Kommunen
Tipps, Tools und Materialien
© Nikada / Istockphoto
Hitzeschutz in Kommunen
Tipps, Tools und Materialien
© Nikada / Istockphoto
Kommunen engagieren sich seit langem aktiv für Klimaschutz, Klimaanpassung und den Schutz der Gesundheit. Angesichts zunehmender Hitzebelastungen gewinnt dieses Engagement weiter an Bedeutung. Nachfolgend finden Sie Ansätze und Materialien, die Sie dabei unterstützen können.
Ob Rätsel, Ausmalbild oder Memo-Spiel: Mit unseren Materialien für Kinder lassen sich auch die Jüngsten für Hitzeschutz sensibilisieren. Als Auslegeware eignen sich die Drucksachen zudem gut für Wartesituationen und vertreiben ganz nebenbei die Zeit.
Vielen Bürgerinnen und Bürger sind die von Hitze ausgehenden Gesundheitsrisiken nicht ausreichend bewusst. Nutzen Sie Ihre Position als Kommune und informieren Sie die Bevölkerung über geeignete Schutzmaßnahmen. Stellen Sie dabei insbesondere vulnerable Gruppen wie ältere Menschen, chronisch Kranke, Pflegebedürftige sowie Eltern von Babys und Kleinkindern in den Fokus.
Für die Verbreitung können Sie Ihre bestehenden Kommunikationskanäle nutzen: kommunale Websites, soziale Medien, Gemeindemedien sowie lokale Presse und Radiosender. So erreichen sie breite Teile der Bevölkerung schnell und niedrigschwellig. Wichtig ist eine klare, alltagsnahe Ansprache mit konkreten Verhaltenstipps.
Ergänzend können Sie Informationen an zentralen Orten des öffentlichen Lebens platzieren, an denen viele Menschen regelmäßig vorbeikommen – etwa in Arztpraxen, Apotheken, Einkaufsstraßen, sozialen Einrichtungen, Kirchen oder Sportvereinen. So erhöhen sie die Sichtbarkeit der Inhalte und erreichen auch Personen, die digitale Kanäle weniger nutzen. Nutzen Sie auch gerne die vom BIÖG angebotenen Materialien.
Öffentliche, gekühlte Räume können während Hitzewellen wichtige Rückzugsorte bieten – insbesondere für Menschen, die zu Hause keine ausreichende Kühlung haben. Dazu zählen zum Beispiel Behörden, Einkaufspassagen, Bibliotheken oder Kirchen.
Kommunen können diese Orte systematisch erfassen, zu einer verständlichen Übersicht bündeln und gezielt kommunizieren. Über lokale Medien, kommunale Websites und soziale Medien machen sie die Angebote sichtbar und erleichtern den Zugang. Wichtig sind klare Hinweise zu Standorten, Öffnungszeiten und Nutzungsmöglichkeiten.
Ergänzend können die beteiligten Einrichtungen vor Ort selbst sichtbar werden, indem sie Plakate oder Banner anbringen, die auf die Funktion als kühler Ort hinweisen. So erkennen Bürgerinnen und Bürger direkt, wo sie kurzfristig Abkühlung finden.
Auf diese Weise schaffen Kommunen niedrigschwellige Anlaufstellen und entlasten besonders vulnerable Gruppen.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) informiert regelmäßig über gesundheitsgefährdende Hitzewellen und bietet einen Newsletter, der bis zu zwei Tage im Voraus gezielte Warnungen für Landkreise und Städte liefert.
Machen Sie diesen Service bekannt oder nutzen Sie den Service selbst, indem sie einen Verteiler aufbauen und die Warnmeldungen gezielt weiterleiten – etwa an Einrichtungen wie Pflegeheime, Vereine, Schulen oder Kitas. So stellen sie sicher, dass relevante Akteurinnen und Akteure frühzeitig informiert sind und Schutzmaßnahmen rechtzeitig einleiten können.
Kommunen können bestehende Vereine und Initiativen gezielt für den Hitzeschutz aktivieren und zur Sensibilisierung nutzen. Multiplikatorinnen und Miltiplikatoren wie medizinisches und pädagogisches Fachpersonal erreichen vulnerable Gruppen besonders gut und können Informationen direkt weitergeben.
Auch Netzwerke der Nachbarschaftshilfe bieten Potenzial: Ehrenamtliche können an heißen Tagen Kontakt zu älteren oder chronisch kranken Menschen aufnehmen, nach dem Befinden fragen und bei Bedarf unterstützen – etwa durch Einkäufe oder kleine Alltagsentlastungen.
Kommunen können mit dem Online-Tool StadtRaumMonitor des BIÖG systematisch erfassen, wie Bürgerinnen und Bürger ihre Lebensumgebung bewerten, und gezielt in den Austausch treten. Das Tool stellt dafür praxisnahe Fragen und Anleitungen bereit – auch zu Klimathemen wie Hitzebelastung.
So gewinnen Kommunen konkrete Erkenntnisse zu lokalen Herausforderungen und können Maßnahmen zur Klimaanpassung und Gesundheitsförderung direkt in Stadtentwicklungsprozesse integrieren. Erste Anwendungen in Kommunen wie Herzogenrath, Karlsruhe-Daxlanden, Aidlingen und Bochum-Hamme zeigen: Der StadtRaumMonitor liefert eine belastbare Grundlage, um Bürgerinnen und Bürger einzubinden und tragfähige Lösungen für mehr Lebensqualität und Hitzeschutz zu entwickeln.
Die Nutzung ist kostenfrei über www.stadtraummonitor.bioeg.de möglich.
Ein kommunaler Hitzeaktionsplan ist ein Dokument, das Maßnahmen zusammenfasst, um auf hitzebedingte Gesundheitsrisiken zu reagieren und diese zu verringern. Wie Sie für Ihre Kommune einen Hitzeaktionsplan erstellen, ist hier für Sie zusammengestellt.
Die Broschüre “Klimawandel und Gesundheit” orientiert sich am dreiteiligen Sachstandsbericht des RKI und bietet Handlungsempfehlungen für die praktische Arbeit im Gesundheitsdienst.