Tipps für Menschen ab 65 und Angehörige
Hitze und Hitzeschutz
© Neyya / Istockphoto
Hitze und Hitzeschutz
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Hitzewellen können anstrengend sein – besonders für ältere Menschen. Sie sind eine ältere Person und haben mit Hitze kein Problem? Sie schwitzen noch nicht einmal bei hohen Temperaturen? Gerade das kann gefährlich werden – denn Schwitzen dient der Abkühlung. Mit steigendem Lebensalter verändern sich der Stoffwechsel und andere Prozesse im Körper. Auch die Regulierung der Körpertemperatur verlangsamt sich. Da ältere Menschen außerdem seltener Durst verspüren, besteht die Gefahr, dass sie dehydrieren und überhitzen.
Wir haben viele gute Tipps und Ratschläge zusammengetragen, mit denen Sie Hitzebelastungen und gesundheitlichen Risiken vorbeugen können. Natürlich ist nicht jede Empfehlung für jede Person sinnvoll. Sie allein entscheiden, was Ihnen guttut und was für Sie umsetzbar ist. Wenn Sie in Ihrem Umfeld Kontakt zu Menschen über 65 Jahre haben oder diese betreuen, finden Sie zudem hier hilfreiche Tipps.
Achten Sie auf sich und andere. Denn wir wollen, dass Sie den Sommer genießen können und gesund bleiben!
Bereiten Sie sich auf die nächste Hitzewelle vor. Achten Sie auf Hitzewarnungen im Radio, im Fernsehen, in der Zeitung und im Internet oder verfolgen Sie die Temperaturentwicklung per App. Hier finden Sie die aktuelle Hitzewarnkarte des Deutschen Wetterdienstes. Es ist wichtig zu wissen, was auf Sie zukommt, damit Sie sich entsprechend vorbereiten können. Sprechen Sie auch mit Ihren Angehörigen, Freundinnen und Freunden sowie Nachbarinnen und Nachbarn über angekündigte Hitzewellen.
Der Deutsche Wetterdienst unterscheidet zwei Risikowarnstufen:
Spätestens ab einer gefühlten Temperatur von 32 °C sollten Sie verstärkt auf Hitzeschutz achten und älteren Angehörigen gegenüber sehr aufmerksam sein.
Trinken Sie während einer Hitzewelle ausreichend. Vorsicht: Leiden Sie unter bestimmten Vorerkrankungen (z. B. Herz- und Nierenerkrankungen), müssen Sie Ihre optimale tägliche Trinkmenge mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt absprechen.
Grundsätzlich gilt jedoch, dass Menschen ab ca. 65 Jahren eher zu wenig als zu viel trinken. Über den Tag verteilt sollten Sie etwa zwei bis drei Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. Hilfreich ist es, wenn Sie Ihre Tagestrinkmenge morgens abmessen und in Griffweite bereitstellen. So haben Sie immer die Kontrolle darüber, wieviel Sie bereits getrunken haben. Es gibt auch moderne technische Möglichkeiten, sich ans Trinken erinnern zu lassen: z. B. durch Geräte, die blinken, wenn es so weit ist, oder Handy-Apps.
Trinken Sie das Richtige. Durch vermehrtes Schwitzen und Wasserlassen verlieren Sie an heißen Tagen viel Flüssigkeit. Um dies auszugleichen, eignet sich Wasser besonders gut. Mögen Sie Wasser nicht, können Sie auch zu ungesüßten Kräuter- und Früchtetees oder Saftschorlen (ein Teil Saft, drei Teile Wasser) greifen. Nehmen Sie kühle Getränke zu sich, jedoch keine kalten oder gar eisgekühlten. Sie führen dazu, dass das Durstgefühl schneller nachlässt und Sie letztlich zu wenig trinken.
Sind Sie an koffeinhaltige Getränke gewöhnt, müssen Sie auch bei Hitze nicht völlig darauf verzichten. Sie sollten allerdings nur in Maßen bzw. verdünnt getrunken werden, da koffeinhaltige Getränke bei hohen Temperaturen eine weitere Belastung für den Kreislauf darstellen. Alkoholische Getränke dagegen sollten Sie meiden.
Essen Sie leicht. An heißen Tagen sollten Sie lieber mehrere kleine Mahlzeiten zu sich nehmen als drei große. Besonders empfehlenswert sind Gemüse und wasserreiches Obst wie z. B. Melone, Gurke, Tomate oder Erdbeeren. Verzichten Sie auf schwer verdauliche Speisen. Achten Sie aber darauf, dass Ihr Essen normal gesalzen ist.
Kühlen Sie Nahrungsmittel ausreichend und brauchen Sie sie rasch auf. Besonders schnell verderben die Inhalte angebrochener Packungen und Flaschen (z. B. Joghurt, Flüssignahrung, Fruchtsaft und Ähnliches), wenn sie nicht ausreichend gekühlt werden. Sie können u. a. zu Durchfallerkrankungen führen.
Versorgen Sie Ihren Körper ausreichend mit Mineralstoffen. Wenn Sie heftig schwitzen, werden auch Mineralien – vor allem Natrium – aus Ihrem Körper geschwemmt. Natrium spielt aufgrund seines hohen Wasserbindungsvermögens eine wichtige Rolle bei der Regulation des Wasserhaushalts und ist lebensnotwendig. Es kommt natürlicherweise oder durch Zusatz von Speisesalz (Natriumchlorid, NaCl) in fast allen Lebensmitteln vor. Bei starkem Schwitzen benötigt Ihr Körper mehr Natrium. Geben Sie Ihrem Körper das durch starkes Schwitzen verlorene Natrium zurück, indem Sie natürliche, salzhaltige Lebensmittel (z. B. Brühe) oder leicht gesalzene Speisen essen. Bei Bluthochdruck, Herz- oder Nierenerkrankungen besprechen Sie die erhöhte Salzzufuhr mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt. Alternativ eignen sich elektrolythaltige Getränke. Neben Natrium verlieren Sie durch Schwitzen auch Kalium und Magnesium. Essen Sie kaliumreiche Lebensmittel (Bananen, Trockenfrüchte, Kartoffeln, Gemüse) und magnesiumreiche Lebensmittel (Nüsse, Vollkornprodukte, grünes Gemüse) – diese helfen auch gegen Muskelkrämpfe.
Ansonsten droht Ihnen eine sogenannte Elektrolytstörung. Sie führt zu Müdigkeit, Mattheit, verzögerten Reaktionszeiten oder im Extremfall sogar zu Verwirrtheit.
Kontrollieren Sie während einer Hitzewelle die Raumtemperatur. Idealerweise sollte die Raumtemperatur tagsüber unter 26 °C und nachts unter 22 °C liegen. Spätestens ab 32 °C tagsüber bzw. 24 °C nachts müssen Sie dringend aktiv kühlen (Ventilator, Klimaanlage) oder kühlere Orte aufsuchen.
Lüften Sie nur, wenn es draußen kühler ist als in Ihrer Wohnung. Ist die Temperatur im Freien erstmal höher als in Ihrer Wohnung, hat Lüften keinen Zweck. Verschieben Sie es in die Nacht oder in die kühleren Morgenstunden. Öffnen Sie dann möglichst alle Fenster in der Wohnung gleichzeitig, denn durch diese Querlüftung gelangt die frische Luft besonders schnell in alle Räume.
Schließen und verschatten Sie die Fenster. An heißen Tagen sollten Sie die Fenster tagsüber geschlossen halten. Noch wirksamer wird diese Maßnahme, wenn Sie sonnenbeschienene Fenster mit Rollos und Jalousien verdecken. Sehr effektiv ist die Verschattung von außen (Fensterläden, Außenjalousien, Markisen). Helle, reflektierende Materialien sind besonders wirksam.
Schaffen Sie Schattenplätze auf Balkon und Terrasse. Nutzen Sie z. B. Markisen oder Sonnensegel bzw. -schirme, um sich einen schattigen Platz einzurichten.
Benutzen Sie möglichst wenige elektrische Geräte. Vermeiden Sie auch deren Standby-Modus, damit keine unnötige Wärme abgegeben wird.
Setzen Sie – wenn nötig – einen Ventilator ein. Bei Hitze bringt jede Luftbewegung Erleichterung. Sie können diese auch künstlich mit einem Ventilator erzeugen. Die über Ihre Haut streichende Luft kühlt und trocknet ggf. den Schweiß auf Ihrer Haut. Die dabei entstehende Verdunstungskälte wirkt zusätzlich abkühlend. Nachts hilft der Ventilator dabei, die kühlere Nachtluft im Raum zu verteilen.
Ventilatoren sind bis zu Temperaturen von ca. 35 °C einsetzbar. Danach stoßen sie an ihre Grenzen, da die durch den Ventilator zugeführte warme Luft die Haut nicht mehr kühlen kann. Vielmehr besteht die Gefahr, dass sie die Überhitzung fördert. Achten Sie darauf, das Gerät nicht direkt auf eine Person auszurichten, sondern in einiger Entfernung aufzustellen. Manche Menschen reagieren empfindlich auf Zugluft. Außerdem verbraucht ein Ventilator Energie und erzeugt dadurch selbst etwas Wärme.
Wenn es nicht anders geht: Installieren Sie eine (ggf. mobile) Klimaanlage. Entscheiden Sie sich für den Einsatz einer Klimaanlage, weil die aufgeheizte Wohnung für Sie ansonsten nicht erträglich ist, darf diese nicht zu kalt eingestellt sein, denn zu starke Temperaturunterschiede können sich nachteilig auswirken. Türen und Fenster müssen geschlossen bleiben. Eine Klimaanlage benötigt eine regelmäßige Pflege. So verfügen Klimaanlagen in der Regel über geeignete Filter, die Staub, Pollen, Viren und andere Schadstoffe aus der Umgebungsluft entfernen. Um Gesundheitsrisiken auszuschließen, sollte die Anlage regelmäßig gewartet und gereinigt werden.
Schützen Sie sich vor UV-Strahlung. Bei all diesen kühlenden Maßnahmen sollten Sie keinesfalls vergessen, sich mit Sonnenschutzmittel einzucremen, sobald Sie ins Freie gehen. Wir alle genießen die Sonne gerne und brauchen sie sogar zum Leben. Doch die Strahlung der Sonne birgt Gefahren für unsere Gesundheit durch die im Sonnenlicht enthaltene ultraviolette (UV-)Strahlung. Schützen Sie Ihre Haut deshalb bei intensiver Sonneneinstrahlung immer mit Sonnencreme. Auch wenn Sie sich „nur“ in den Schatten setzen wollen – benutzen Sie eine Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 30 oder höher.
Achten Sie auf den UV-Index, der den Spitzenwert der erwarteten sonnenbrandwirksamen UV-Strahlung angibt: Ein UV-Index von 1 oder 2 gilt als unbedenklich, ab 3 bzw. 4 ist ein Sonnenschutz erforderlich. Lange, luftige Kleidung und eine Kopfbedeckung schützen zusätzlich. Zum Schutz der Augen sollte eine Sonnenbrille verwendet werden. Weitere Informationen und hilfreiche Tipps zum UV-Schutz finden Sie hier.
Suchen Sie nach kühlen Orten. Bestimmt gibt es auch in Ihrer Wohnung einen Raum, der kühler ist als andere. Halten Sie sich möglichst oft dort auf, insbesondere nachts. Hat sich Ihre Wohnung extrem aufgeheizt, verbringen Sie täglich möglichst zwei bis drei Stunden an einem kühlen Ort außerhalb Ihrer vier Wände. Erkundigen Sie sich vor Beginn des Sommers, welche kühleren Räume in der Umgebung Ihnen bzw. Ihren Angehörigen offenstehen. Suchen Sie nach Möglichkeit klimatisierte öffentliche Orte auf: Bibliotheken, Museen, Einkaufszentren, Kirchen. Manche Kommunen richten bei Hitzewellen öffentliche Kühlräume ein – informieren Sie sich bei Ihrer Kommunalverwaltung. Haben Sie es dagegen in Ihrer Wohnung schön kühl, dann können Sie auch dort bleiben und sollten möglichst wenig ins Freie gehen.
Meiden Sie direkte Sonneneinstrahlung. Setzen Sie sich im Freien nicht der prallen Sonne aus, sondern bleiben Sie nach Möglichkeit im Schatten. Meiden Sie große Asphalt- oder Betonflächen, denn diese Materialien speichern die Wärme und lassen die Umgebungstemperatur noch weiter ansteigen. Suchen Sie zur Abkühlung nach schattigen Plätzen in nahegelegenen Parks, Gärten oder Hinterhöfen. Hier können Sie sich von der Hitze erholen, denn Bäume und andere Pflanzen befeuchten und kühlen die Luft.
Parkende Autos können sich bei Hitze stark aufheizen. Halten Sie sich daher nicht in geschlossenen, parkenden Autos auf und lassen Sie dort auch niemanden zurück!
Passen Sie Ihren Tagesablauf der Hitzeentwicklung an. Halten Sie sich während der heißesten Tageszeit – etwa zwischen 11 und 17 Uhr – möglichst wenig draußen auf. Meiden Sie im Freien die Mittagsonne und die aufgestaute Hitze am späten Nachmittag. Verlegen Sie Aktivitäten im Freien in die kühleren Morgen- und späteren Abendstunden. Planen Sie auch Besuche bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt so, dass sie in die kühleren Stunden des Tages und am besten in Zeiten ohne viel Berufsverkehr fallen. Sollte es Ihnen nicht gutgehen, bitten Sie die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt um einen Hausbesuch.
Schützen Sie sich mit der richtigen Kleidung vor Hitzebelastungen. Tragen Sie leichte, luftige und atmungsaktive Kleidung aus Viskose, leichter bzw. dünner Baumwolle, Leinen oder Seide. Lassen Sie alles Überflüssige weg. Wählen Sie lieber helle als dunkle Kleidung. Helle Kleidung reflektiert Sonnenstrahlung und hält Sie kühler.
Halten Sie sich möglichst im Schatten auf. Lässt sich ein Aufenthalt in der Sonne nicht vermeiden, legen Sie aktiv „Sonnenpausen“ im Schatten ein. Meiden Sie die Mittagssonne zwischen 11 und 17 Uhr – in dieser Zeit ist die UV-Strahlung und Hitzebelastung am stärksten. Wenn Sie sich im Freien aufhalten, sollten Sie eine leichte Kopfbedeckung tragen, z. B. einen Hut mit breiter Krempe oder eine Kappe mit Schirm und Nackenschutz. Schützen Sie außerdem Ihre Augen mit einer Sonnenbrille und cremen Sie sich mit Sonnencreme ein. Weitere hilfreiche Tipps zu sonnengerechter Kleidung für einen effektiven UV-Schutz finden Sie hier.
Sorgen Sie mit Wasseranwendungen für Abkühlung. Vielleicht haben Sie an sich selbst schon einmal festgestellt, dass Sie weniger schwitzen als in jungen Jahren? Das liegt daran, dass Menschen mit steigendem Alter Wärme nicht mehr so gut abgeben können. Es genügt daher nicht, bei Hitze viel zu trinken – auch äußerliche Wasseranwendungen sind wichtig. Damit können Sie Ihren Körper aktiv abkühlen. Legen Sie sich z. B. kühle, feuchte Umschläge auf Arme, Beine, Stirn oder Nacken. Machen Sie kühle Fußbäder und halten Sie Ihre Unterarme in bzw. unter (fließendes) kühles Wasser. Es hilft auch, das Gesicht, den Nacken und die Schläfen mit kühlem Wasser zu benetzen.
Besonders wohltuend sind kühle oder lauwarme Duschen und Wannenbäder. Allzu kalt sollte das Wasser aber nicht sein, da es sonst zu Kreislaufproblemen kommen kann. Trocknen Sie sich nach dem Duschen oder Baden nicht vollständig ab. Dann kühlt das auf der Haut verdunstende Wasser Sie zusätzlich ab.
Benutzen Sie kühlende Lotionen und Sprays. Ist kein Wasser zur Hand, können Sie sich mit kühlenden Körperlotionen, speziellen Wassersprays oder Wasser aus einer Sprühflasche erfrischen. Befüllen Sie dazu eine Mehrweg-Sprühflasche mit Wasser. So vermeiden Sie unnötigen Verpackungsmüll, da Sie diese Flasche einfach neu befüllen können, wenn das Wasser aufgebraucht ist oder gewechselt werden muss (1-mal täglich). Sprays sind besonders praktisch, da Sie diese an jedem beliebigen Ort auf Gesicht, Arme, Beine und Nacken sprühen können. Auch eine gekühlte Gel-Maske für die Augenpartie kann Wunder wirken. Reiben Sie Ihre Füße außerdem mit gekühltem Fußbalsam ein.
Vorsicht: Kühlakkus können Kälteschaden auf der Haut verursachen. Benutzen Sie diese also lieber nicht, um Körper und Gesicht abzukühlen.
Halten Sie das Schlafzimmer so kühl wie möglich. Gelingt Ihnen das nicht, richten Sie sich einen Schlafplatz im kühlsten Raum der Wohnung ein – zumindest während einer Hitzewelle. Falls Ihnen das Umbetten körperlich schwerfällt, organisieren Sie rechtzeitig Unterstützung durch Angehörige oder den Pflegedienst.
Halten Sie Bett und Bettzeug kühl. Benutzen Sie leichte Bettwäsche oder tauschen Sie Ihre Bettdecke gleich gegen ein leichtes Leinentuch aus. Sie können auch unter einem leeren Bettbezug oder einem Laken aus Baumwolle schlafen. Die Matratze sollte nach Möglichkeit atmungsaktiv sein. Ist Ihnen trotzdem zu warm, nehmen Sie eine Wärmflasche mit kühlem Wasser mit ins Bett.
Tragen Sie leichte Nachtwäsche. Bei hohen Temperaturen empfiehlt sich leichte Nachtwäsche aus luftigen und atmungsaktiven Stoffen wie Baumwolle, Seide oder anderen Naturfasern. Auf synthetische Nachtwäsche sollten Sie verzichten, da sie zusätzlich schweißtreibend wirkt.
Passen Sie Ihre Pläne bei Hitze an. Körperliche Anstrengungen sollten während einer Hitzewelle möglichst vermieden werden. Entscheiden Sie, welche Erledigungen wirklich eilig und wichtig sind und vertagen Sie andere Aktivitäten auf später. Prüfen Sie, ob Sie eilige Einkäufe an jüngere bzw. belastbarere Personen abgeben können oder nutzen Sie Lieferdienste. Beauftragen Sie für unaufschiebbare Arbeiten nach Möglichkeit Dienstleistende.
Sie haben Lust auf einen Spaziergang? Gehen Sie möglichst durch einen Park mit Bäumen, denn diese spenden Schatten und kühlen mit ihrer Verdunstungskälte die Luft. Auch eine Route am Wasser entlang ist empfehlenswert, da Sie auch hier in den Genuss der Verdunstungskälte kommen.
Lassen Sie Ihre Arzneimittel auf Hitzeverträglichkeit prüfen. Die Anwendung von bestimmten Arzneimitteln kann dazu führen, dass Menschen Hitze schlechter vertragen.. Einige sind risikoreicher als andere (siehe Liste unten). Besprechen Sie daher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob Ihre Arzneimittel bei Hitze ein Risiko darstellen. Vereinbaren Sie dafür vor dem Sommer einen speziellen Untersuchungstermin oder nutzen Sie einen regulären Arztbesuch vor dem Beginn einer Hitzewelle.
Einen negativen Einfluss auf die Hitzeverträglichkeit können unter anderem folgende Arzneimittel haben:
Sollten Sie eines (oder mehrere) dieser Arzneimittel einnehmen müssen, suchen Sie vor der nächsten Hitzeperiode Ihre Ärztin, Ihren Arzt, eine Apothekerin oder einen Apotheker auf. Setzen Sie die Arzneimittel jedoch keinesfalls selbstständig ab und ändern Sie auch nicht selbstständig die Dosierung oder das Einnahmeschema!
Aufmerksamkeit erfordern Arzneimittel, die über die Nieren oder die Leber abgebaut und ausgeschieden werden. Bei Hitze und Flüssigkeitsmangel kann sich die Ausscheidung mancher Medikamente verändern – dadurch können Wirkung und Nebenwirkungen stärker werden. Lassen Sie das in Ihrer Hausarztpraxis oder Apotheke prüfen.
Bekommen Sie Arzneimittel über eine Pflasterapplikation verabreicht, bedenken Sie, dass die menschliche Haut bei hohen Temperaturen stärker durchblutet wird als bei niedrigen. Das kann zu einer zu hohen Wirkstoffaufnahme führen.
Lagern Sie Ihre Arzneimittel ordnungsgemäß. Arzneimittel können durch hohe Temperaturen ihre Wirksamkeit verlieren. Beachten Sie die Hinweise in der Packungsbeilage zur Aufbewahrung. Lagern Sie Medikamente nicht in der prallen Sonne oder im heißen Auto – und im Kühlschrank nur, wenn es ausdrücklich empfohlen wird. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie in Ihrer Apotheke nach.
Nehmen Sie plötzlich auftretende Beschwerden bei sich und anderen ernst. Seien Sie besonders achtsam, wenn folgende Symptome auftreten, da sie Anzeichen für eine Hitzeerkrankung sein könnten:
Nehmen Sie bei sich eines oder mehrere dieser Anzeichen wahr, rufen Sie bitte sofort die Hausärztin, den Hausarzt oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Telefonnummer: 116 117) an. Begeben Sie sich an einen kühlen Ort, öffnen Sie Ihre Kleidung und trinken Sie viel, am besten natriumreiches Mineralwasser oder leicht gesalzenes Leitungswasser. Denn durch starkes Schwitzen kann es im Körper zu einem Mangel an Flüssigkeit und Elektrolyten kommen. Elektrolyte sind Mineralstoffe wie Natrium oder Kalium, die u. a. in Mineralwasser und in Kochsalz vorkommen. Kühlen Sie Kopf, Nacken, Hände und Füße mit feuchten, lauwarmen Tüchern.
Bei folgenden Symptomen sofort den Notruf 112 wählen – es kann ein lebensbedrohlicher Hitzschlag vorliegen:
Im Zweifel gilt: lieber einmal zu früh den Notruf wählen. Hitzschlag ist immer ein medizinischer Notfall.
Achten Sie während einer Hitzewelle auf ältere Menschen in Ihrem Umfeld. Menschen ab 65 Jahren sind bei hohen Temperaturen besonders gefährdet. Es beginnt damit, dass sie Hitze nicht so intensiv wahrnehmen wie jüngere Menschen. Das liegt u. a. daran, dass sie weniger schwitzen und seltener Durst haben. Hinzu kommt, dass viele Ältere gesundheitlich vorbelastet sind, z. B. durch Erkrankungen der Atemwege, des Herz-Kreislaufsystems oder durch Diabetes. Nicht nur die Erkrankungen selbst, auch die zu ihrer Behandlung eingenommenen Arzneimittel bergen zusätzliche Hitzerisiken. Unsere besondere Aufmerksamkeit sollten wir auf ältere Menschen richten, die allein leben und in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Denn sie sind auf Unterstützung angewiesen.
Bieten Sie gefährdeten Personen an heißen Tagen Ihre Hilfe an. Sensibilisieren Sie ältere Menschen aus Ihrem Umfeld für die Situation und unterstützen Sie sie dabei, die nötige Beratung und Hilfe zu bekommen. Kontaktieren Sie ältere, kranke oder alleinlebende Personen mindestens einmal pro Tag und erkundigen Sie sich nach ihrem Befinden. Fragen Sie nach, wieviel die Person getrunken hat und welche Raumtemperatur in ihrem Zuhause herrscht. Ältere Menschen benötigen bei großer Hitze womöglich Unterstützung beim Einkauf von Getränken und Nahrungsmitteln. Helfen Sie ihnen ggf. dabei, Vorräte anzulegen, frisches Obst und Gemüse zu besorgen oder auch Gerichte vorzukochen.
Reagieren Sie auf plötzliche Verschlechterungen des Gesundheitszustandes. Treten bei Hitzestress plötzlich Beschwerden auf, ist besondere Achtsamkeit geboten. Passen Sie also gut auf ältere Mitmenschen in Ihrer Umgebung auf. Nutzen Sie, wenn möglich, bestehende familiäre Netzwerke und Nachbarschaftsinitiativen. Vielleicht gibt es auch soziale Netze (Plattformen) in der Nachbarschaft oder im Ort, die eine gegenseitige Fürsorge an heißen Tagen erleichtern.
Achten Sie an besonders heißen Tagen auch dann auf Ihre Angehörigen, wenn ein Haus-Notruf-System vorhanden ist. Viele ambulante Dienste bieten Haus-Notruf-Systeme an. Prinzipiell können Betroffene bei einer Hitzeerschöpfung auch über diesen Weg Hilfe anfordern. Das setzt allerdings voraus, dass sie ihre Situation richtig einschätzen und dann auch den Notruf betätigen. Da die Wärmeempfindlichkeit und das Durstgefühl bei älteren Menschen aber oft eingeschränkt sind, besteht das Risiko einer Fehleinschätzung. Ein Haus-Notruf-System ist deshalb keine Garantie dafür, dass gesundheitliche Schäden durch Hitze vermieden werden.
Lesen Sie sich auch die obigen Hinweise für ältere Menschen ab 65 Jahren bei Hitze durch. Dort finden Sie weitere Tipps, wie Sie Ihre älteren Angehörigen bei starker Hitze unterstützen können, z. B. bei der Auswahl luftiger Bekleidung in möglichst hellen Farben oder auch beim empfohlenen Umgang mit Arzneimitteln.
Hitzewellen sind für viele Menschen belastend, aber für ältere Menschen sind sie besonders risikoreich. Langanhaltende Temperaturen über 30 Grad können bei Menschen ab 65 zu ernsten gesundheitlichen Problemen führen - im schlimmsten Fall kommt es sogar zu einem lebensgefährlichen Hitzschlag. Unser Video informiert Sie darüber, warum ältere Menschen besonders gefährdet sind und warum Sie Hitzewellen ernst nehmen sollten!